Logbuch
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Schiffshandwerk
Unsere ehemalige Bootsfrau Karla wird hoffentlich bald Bootsbauerin. Jetzt macht sie ein Praktikum bei der Bootsbauwerft in Freest. Und im NDR kommt bald darüber eine Doku. Erste Ausschnitte gibt's schon zu sehen. Und begonnen hat alles auf der Hanne. Viel Glück, und viel Spaß beim anschauen!#
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Wir haben die Möglichkeit für die Hanne eine 1000€ Spende zu bekommen:Aber dazu brauchen wir Mithilfe.
Man nehme:
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Bye-bye Bootsfrau
Karla's freies ökologisches Jahr ist im September zu Ende gegangen.
Für alle war so eine Bootsfrau klasse: an der Hanne hat sich besonders im Winter ganz viel getan. Unter anderem ist die Achterkammer schön neu und das Deck gestrichen. Und in der Saison war immer ein eingeübtes Crewmitglied dabei. Schön wars.
Karla sehn wir trotzdem wieder, jetzt haben wir ein neues Vereinsmitglied.
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Die neuesten Berichte von der spektakulären Robbenexpedition der kleinen Hanne Marie:
Nach dem sich die Meldungen über Sichtungen von Robben in der Nähe des Großen Stubber -Greifswalder Bodden - häuften, beschlossen die beiden ortsansässigen Meeresexperten Bärchen und Schnatterinchen, eine Forschungsreise in die Nähe dieser gefürchteten Untiefe durchzuführen. Hierfür charterten sie die erprobte kleine "Hanne Marie" und stachen in See.
Allerdings gab es von Anfang an Kompetenzgerangel, wie man unschwer an der zum Himmel schreienden schlechten Seemannschaft erkennen kann, so dass ausser großer, erstaunt-neugieriger Beobachtung durch die eigentlich zu beobachtenden Robben keine wirklich neuen Erkenntnisse von dieser Meeresexpedition mit nach Hause gebracht wurden.
Zum Trost für alle neugierigen Besucher unserer Logbuchseite gibt es aber noch ein paar schicke Bilder von der Fahrt nach Nysted
von gar schröcklichen Wolkenformationen
und märchenhaften Nebelbänken
Und die frohe Botschaft, dass das Schiff wieder vollzählig bemannt ist.
Der Steinbock ist zurück!
Hier sehen wir die Herren Doktores beider Pause nach der Endmontage
und hier ist doch deutlich zu sehen, wie sehr er sich freut, wieder an Bord zu sein und wie sehr er nacheinem ausgiebigen Seebad lechzt!
"Irgendwas zwischen Mause- und Zottelwind"
Ja, ab nach Nysted zur Hajkutter-Regatta und von dort aus zur Hanse-Sail nach Rostock. Und der Wind meinte es sehr gut mit uns.Vielleicht hat er auch ein bisschen zu zottelig gepustet, denn jetzt haben wir zwei Klüver - ein glatter Riss, direkt in der Mitte.
Aber eigentlich ein Wunder, dass der so lange gehalten hat, in seinem pergamentartigen Zustand. Jetzt muss auf jeden Fall ein neuer her!
Der Sieger der Hajkutter-Regatta? Keiner so richtig - sie wurde abgesagt, zu windig für Tagesgäste. Wir sind trotzdem gut rüber gekommen. Wenn auch ein bisschen nass am Ende.
Und los geht die Hanse-Sail!
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22. Christian-Müther-Gedächtnisfahrt
Stralsund - Lauterbach - Gager - GreifswaldAm 12. Juli macht sich die Hanne Marie mit einer kleinen Crew auf den Weg von Greifswald nach Stralsund. Es geht auf zur 22. Christian-Müther-Gedächtnisfahrt!
1989 durch den Architekten Ulrich Müther ins Leben gerufen, stellt die Mütherfahrt bis heute einen alljährlichen maritimen Höhepunkt rund um den Greifswalder Bodden dar. Ulrich Müther und sein Sohn, Christian, verband die Leidenschaft des Segelns und des Bootsbau. Mitte der 80er Jahre erwarben und restaurierten sie gemeinsam den Schoner Ruden, der zuvor bei den Störtebeker Festspielen als Kogge segelte. Nachdem der damals 28 Jahre junge Arzt Christian Müther 1989 unverhofft in Folge eines Asthmaanfalls verstarb, setzten sich Ulrich und seine Frau Astrid Müther für einen alljährlichen Segeltörn mit historischen Schiffen in Gedenken an ihren Sohn ein. Der Törn soll asthmakranken Kindern einige unbeschwerte Tage des freien Atmens bei frischer Seeluft fernab von den Sorgen des Alltags ermöglichen. Um eine umfangreiche ärztliche Versorgung zu garantieren, tauschen Ärzte der Greifswalder Universitätsklinik den Kittel gegen Ölzeug und segeln Seite an Seite mit den kleinen Seefüchsen.
Am Abend läuft die Hanne Marie unter Segeln in den Hafen des Wasser- und Schifffahrsamtes auf dem Dänholm ein. Eine Vielzahl alter Schiffe, angereist aus verschiedensten Himmelsrichtungen, liegt bereits dort, wo sonst nur die Arkona zu finden ist. Im Hafen klönt man über das Wetter und sieht freudig den kommenden Tagen entgegen.
Am Vormittag des 13. Juli kann die traditionelle Fahrt endlich beginnen! Die Kinder trudeln ein. Einige von Ihnen sind bereits im letzten Jahr mitgesegelt. Die neuen machen sich noch mit den Schiffen und den Crews vertraut. Rettungswesten werden anprobiert, Segel und Leinen erkundet, das Schiff vom Bug bis Achtern inspiziert, die Kojen in Beschlag genommen. Eine aufregende Zeit steht bevor, denn frischer Wind bläst aus Ost. Wir fahren raus in den Strelasund und müssen gegen die Wellen ankämpfen.
Nach anfänglicher Unsicherheit genießen die Kinder die Seewasserdusche an Deck. Endlich können wir im Greifswalder Bodden die Segel setzen und nehmen Kurs auf Lauterbach. Kurz vor unserem Ziel wird das Segeln von Treibgut unterbrochen - der Skipper sichtet einen Fender - den wir übrigens gut gebrauchen können. Also ändern wir den Kurs und retten das gute Stück für die Museumswerft - wir halten uns an den alten Seemansbrauch "Wer's schafft, es an Deck zu bringen, darf's auch behalten."
(So oder so ähnlich hätte es Kapitän Blaubär wohl auch gesehen.) Im Hafen angekommen können sich die Kleinen als richtige Störtebeker verkleiden. Nach so einem ereignisreichen und abenteuerlichen Tag wartet auch schon ein deftiges Essen auf die kleinen Seeräuber. Am Abend gibt es noch ein Musikprogramm, danach fallen alle müde in ihre Kojen.
Am nächsten Tag bläst starker Wind. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, einen Landausflug zum Nationalpark am Königsstuhl zu machen. Wer sich trotz des unruhigen Wetters an Bord traut (gefährlich ist es nicht, aber dem ein oder anderen mag die See schnell mal auf den Magen schlagen), segelt mit uns unter Landabdeckung weiter nach Gager, wo wir zusammen mit der Ernestine einen ruhigen Landtag verbringen.
Wir wandern gemeinsam auf den Großen Zicker, spielen im Hafen Fussball mit dem neu erstandenen Fender, gehen in die Hafensauna und lassen den Abend bei Gitarrenmusik an Bord ausklingen.
Am Freitag muss die Mütherfahrt leider wegen Starkwind abgebrochen werden. Ein Risiko für die Kinder will niemand eingehen und so werden sie auf dem Landweg sicher nach Greifswald gebracht. Wir treten am Nachmittag trotz Wind und Wellen die Heimreise an,
denn in Greifswald wartet das Fischerfest.Puh, vielleicht
Auch so kann die See sein, spiegelglatt, das ist nicht mal Windstärke "Schlapper Lappen"!
Zur Abwechslung kam dann wenigstens eine Nebelbank des Weges und sorgte für Staunen, irgendwie schon vergebliche Photographierversuche und Hupen.
Aber so schnell wie sie kam, war sie auch verschwunden. Ein kleines Nachmittagsspektakel.
Ja und die La-Ola Welle begrüßte uns in Gager, die Besatzung der Ernestine,
mit Leichtmatrosen und wie man erkennt, so richtig Sommer war auch nicht.
Das war übrigens auf der Christian-Müther-Gedächtnisfahrt. Da geht es weniger um traditionelle Seemannschaft, sondern darum, Asthmakranken Kindern ein paar Tage auf See zu ermöglichen. Trotz des Wetters, Spaß hatten wir alle, wie ja aus der "Welle der Begeisterung" unschwer zu schließen ist.
Durch den Mai
Wir haben schon Juni und glatt den Mai vergessen!
Also einen Monat zurück und wir sehen, die Schiffsführung ist vollzählig an Bord
und hat ihre Mannschaft im Griff!
Allerdings sind auch eindeutige Fluchttendenzen zu erkennen,
aber die hatten wohl nach hartem Schiffsalltag, wundgescheuerten Putzfingern und Blasen an den Händen vom vielen "Schot dichter!" und "Zieht Männer!" mehr mit der Sehnsucht nach den romantischen Seiten der Seefahrt zu tun!
Und zum Schluß kriechen dann doch alle Küken bei Mutter Karla unter die Flügel und suchen Schutz und Wärme, vor der tosenden See und dem bösen Kapitän! Der wird bestimmt mal eine ganz fette Möwe!
Galionsfigur
Der Steinbock ist auf der Intensivstation! Das Merkmal der Hanne Marie, schwer gezeichnet vom Weg durch die Wellen, durch Sonne und Wind, angenagt vom Zahn der Zeit fiel erst ein Stück Nase ab und wurde vom Meer verschlungen. Also kam er auf den OP-Tisch und während der Untersuchung lösten sich die nächsten Teile. Da bleibt nur noch die harte Tour. Abschneiden bis zum Gesunden und neu ansetzen. Mal sehen, ob er dieses leicht spöttische Grinsen behält, wir bleiben dran!„Was, noch mehr schleifen?“
… fragte ich ungläubig, nachdem ich schon zwei Wochenenden neben anderen Vereinsmitgliedern an Deck der Hanne Marie herum gekrochen war und wir mit Heißluftpistole, Spachtel und Bandschleifer den alten Lack runtergeholt hatten.
„Heute“, hatte ich gedacht, als ich zum dritten Mal auf der Greifwalder Museumswerft ankam und das frisch lackierte Deck der Hanne bewunderte, „heute würden wir bestimmt mal was anderes machen, vielleicht die Bäume und Segel wieder anbringen.“ - „Nee, schleifen. Die Blöcke, die Klampen, die Relingstützen – muss eigentlich alles einmal im Jahr drüber lackiert werden“, war die Antwort.
Ach übrigens, an einem Abend dieser arbeitsreichen Samstage gab es auf der Museumswerft ein traditionelles Heringsessen – frisch geräucherte Heringe, direkt aus dem Ofen und sowas von lecker, hmm. Lasst euch das im nächsten Frühjahr nicht entgehen!
Jetzt freu ich mich so richtig auf unsere erste Ausfahrt am 1. Mai.
CK
Zzzz - Ringringring
Der Winterschlaf der Hanne Marie ist vorbei! Und das schon seit ein paar Wochen. Den Winter hat sie gut überstanden. Die Persenning hat vor Schnee geschützt und die Plane an Backbord vor Austrocknungserscheinungen.Karla hat die Achterkammer komplett abgeschliffen. Jetzt sind 15 Schichten Farbe drauf. Außerdem haben René und Karla im Winter die Gaffeln neu gemacht - Traditioneller Bootsbau vom feinsten.
Am 31.März war dann auch noch der "Markt der Möglichkeiten" an der Uni Greifswald. Und der Hanne-Verein sowie die Museumswerft waren mit ihrem eigenen Stand vertreten.
Ja und letztes Wochenende gab es dann fleißige Vereinsarbeiter. Das Deck neu machen stand auf dem Plan: Wir haben Colean vom Deck mit der Heißluftpistole abgezogen und anschließend das Deck geschliffen. Vorher wurden noch 2 Spunte gesetzt. Das Deck wird wieder in neuem Glanz erstrahlen.
Dann waren da noch die anderen Sachen, die auch Zeit für sich beansprucht haben: Kartenablage bauen, Maschine warten, Klampen schleifen und streichen. Vorschiff streichen, und so weiter und so fort.
Nun bleibt noch der neue Decksanstrich. Pro Tag eine Schicht, solange es nicht regnet.
Wenn alles schick aussieht, kommt das Aufriggen. Segel anschlagen, Ausrüstung an Bord packen, Hanne fahrbereit machen. Und dann bleibt nur noch zu sagen: "Leinen los und raussegeln"!
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Jahr 2010
Karla
Ich bin Karla und mach schon seit dem Sommer ein Freiwilliges ökologisches Jahr im Verein.Segeln lernen, Schiffsalltag, Verantwortung und auch Anweisungen geben gehört dazu.
Nach viel Spaß und (Ent-)Spannung als Bootsfrau ist der Winter nun doch recht früh gekommen. Dafür haben wir der Hanne Marie in ein schickes Mäntelchen angezogen, so wird er sie weniger ärgern können, sie ist winterfest. Bis zum neuen Jahr werden wir sie erst einmal in Ruhe lassen, im Schnee versteckt neben den Nachbarschiffen und dann geht die Arbeit erst richtig los. Den Plan dazu haben wir, die Werkzeuge auch und wenn es so kalt bleibt, stellen wir eine Heizung ins Schiff und setzen den Teekessel auf. Und der pfeift für uns auf den Winter!
KT
Der Oktober
Im Herbst kommt ja der Maler und verwandelt die Welt. Wir konnten ganz
deutlich erkennen, dass dieser Herr auch Klempner ist und durchaus den
Stöpsel aus der Wanne zieht!
Auf einmal waren wir doch tatsächlich im
pommerschen Wattenmeer unterwegs, zwischen Barth und Hiddensee. Nett
zu beobachten war auch die praktische Seemannschaft, die ja viel mit
Erfahrung zu tun hat. Wir erkennen, Bücher eignen sich für gemütliche
Mußestunden, Zeitungen eher nicht!
Und dass man sich gegen niedrigere
Temperaturen schützen kann, beweist unsere Steuerfrau. Eindeutig hat
sie den Rat der Alten befolgt: zieh Dich an, bevor du frierst!
Durch den September
Wo wollt ihr denn hin, schien uns die Möwe zu fragen.
Bei den seltsamen Winden war das für den September gar keine schlechte Frage, aber wir haben es dann doch noch nach Bornholm geschafft.
Zur Belohnung gab es Blaubärkuchen aus der Kombüse
mit frischer Schlagsahne.
Als nächstes standen dann Brombären auf dem Zettel. Dafür mussten wir uns aber erst nach Hanö bewegen.
Und damit das ganze nicht in Schmaus und Braus endete,
drehte der Wind endlich für uns und wir sind auf
dem Rückweg dann richtig gesegelt!
Selbst der Steinbock hat mal wieder was zu saufen gekriegt.
August 2010
Eindrücke einer ReisendenIch? Mitsegeln? - Warum nicht! Das macht man nicht alle Tage. Wo soll's denn hingehen? Nach Dänemark?- Das hört sich gut an.
Und so geht die Landratte an Bord.
Barth - Vitte (Hiddensee) - Klintholm (Møn) - Nysted (Lolland) - Warnemünde - Rostock
Tag 1
Unsere Tour beginnt am 31.07.2010 in Barth. Es sind die 17. Barther Hafentage und viele Gäste werden erwartet. Die ersten Rundfahrten werden gemacht… ein Gläschen Sekt, ein paar nette Anekdoten zur Seefahrt und zum Schiff… und schon bald heißt es Segel setzen. Die Großschot besetzen, den Bullenstander setzen, den Klüver auspacken... Die Gäste sind alle mit Begeisterung dabei… und so langsam lichtet sich der Seemannsdschungel. Ich lerne die ersten wichtigen Sachen der Seefahrt kennen - Fock, Schot, Piek und Klau - sind mir schon bald ein Begriff. Das Abenteuer Seefahrt kann beginnen.
Romatische Stimmung kommt auf, als wir die Abendtour fahren… Langsam erahne ich, woher die Begeisterung der eingesessenen Seebären kommt.
Und nun packt mich selbst das Reisefieber. Ich will hinaus auf die offene See!
… Und schon am nächsten Tag soll es losgehen. Die Wochengäste reisen an. Das Ziel ist Dänemark!
Tag 2
Die Segel sind gesetzt, die Fender gut verstaut, alle Leinen los… Das Wetter ist ideal zum Segeln.
Langsam gleiten wir auf dem offenen Meer dahin. Der Wind trägt uns Richtung Norden. Eine wunderbare Atmosphäre. Wohin man schaut… überall nur Wasser. Hier kann man die Weiten der Welt förmlich spüren. Ein wunderbares Gefühl an Deck zu liegen… während die Sonne scheint und man langsam durch die Wellen in den Schlaf gewiegt wird. Wir haben einen weiten Weg vor uns. Doch die Segel bringen uns schnell voran.
Doch dann plötzlich - ein Sturm zieht auf… heftig peitscht der Regen übers Deck. Das Unwetter kommt in Sekundenschnelle. Das Schiff schaukelt. Schnell die Segel runter. Ein bisschen mulmig wird mir schon. Aber ich wollte ja segeln… Auch schlechtes Wetter gehört dazu. Dann denke ich mir… dieses Schiff ist 91 Jahre alt… es wird doch nicht gerade heute sinken.
Der Gedanke beruhigt mich.
Irgendwann ist alles überstanden. Die See beruhigt sich. Und ich bin noch ganz ergriffen von dem, was ich da gerade erlebt habe. Der Sturm ist vorüber, das schöne Wetter leider auch. Es regnet sich ein. Aber wir lassen uns nicht beirren und nehmen wieder Kurs auf. Die Hanne trägt uns sicher in den Hafen.
Spät am Abend legen wir in Vitte (Hiddensee) an. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Nun noch schnell das Schiff mit Strom und Trinkwasser versorgen. Ich bin erschöpft, will nur noch schlafen. Ein Glück, dass die Kojen an Bord so bequem sind...
Tag 3
Schon früh am nächsten Morgen brechen wir - gezwungenermaßen… was soll man machen, wenn ein viel größeres Schiff gegen 6.00 Uhr in der Früh in dem kleinen Vitter Hafen ablegen will - wieder auf.
Dicke Regenwolken bedecken den Himmel. Mit aller Kraft kämpfen wir gegen die störrische See an. Doch das Wetter soll sich noch im Laufe des Tages zu unserem Guten wenden. Und so klart der Himmel am Nachmittag auf und die Segel können doch noch gesetzt werden.
Der frühe Aufbruch beschert uns einen ganzen Nachmittag in Klintholm auf der schönen dänischen Ostseeinsel Møn. Ein Ausflug zum Strand ist auch etwas Herrliches! Und so genießen wir den schönen Nachmittag an Land. Und in dem kleinen Klintholmer Hafen kommt bei Pellkartoffeln und Quark richtige Seemannsstimmung auf.
Tag 4 und 5
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Nysted. Hier werden wir schon erwartet, denn am folgenden Tag soll die Haikutterregatta nach Rostock stattfinden.
An Bord werden bereits erste Vorbereitungen getroffen. Messing putzen, das Deck schrubben und Segeltuch flicken… die Hanne soll glänzen!
In Nysted werden wir herzlich begrüßt und gut umsorgt von den dänischen Organisatoren. Es gibt Instruktionen… Wann geht es los? Wo ist die Startlinie? Welches Wetter ist zu erwarten? Welchen Kurs können wir nehmen?… Das klingt alles so aufregend! Wir bekommen die Startnummer 13… na ob das wohl Glück bringt?!
Am nächsten Tag sind wir die ersten, die Richtung Startlinie aufbrechen. Vorbei geht es an dem großen Offshore Windpark vor der dänischen Küste. Und schon bald wimmelt es auf dem offenen Meer von Haikuttern. Ein wunderbarer Anblick!
Wir wollen gewinnen… doch leider spielt der Wind ein anderes Spiel… nachdem wir zwei Stunden verzweifelt gegen ihn ankämpfen, geben wir auf. Der Motor wird angeschmissen, schließlich wollen wir noch heute in Warnemünde ankommen.
Tag 6-9
Noch einmal das Schiff volltanken, alle Leinen einholen und dann geht es auf von Warnemünde in den Rostocker Stadthafen.
In Rostock heißt es dann Abschied nehmen von den Wochengästen. Irgendwie schade… so eine gemeinsame Woche auf See ist schon etwas Besonderes und ruft ein gewisses Gemeinschaftsgefühl hervor.
Aber schon bald gibt es wieder Grund zur Freude. Die Hanse Sail beginnt!
Jetzt stehen uns 4 Tage Jubel und Trubel bevor. Es gibt viel zu sehen. Hunderte Schiffe sind unterwegs. Eine wahre Pracht für alle Schiffsliebhaber!
Wir fahren Tagestouren, Nachmittagstouren, Abendtouren… immer wieder sind neue Leute an Bord. Sie alle genießen die Seefahrt und staunen über die verschiedensten Schiffstypen.
Ein paar nervenaufreibende Situationen gibt es aber auch. So schön die Abendfahrten auch für die Gäste sind… für den Skipper und seine Bootsmänner ist es eine anstrengende Sache das Schiff sicher durch die Fahrrinne zu bringen. Viele Schiffe sind unterwegs. Höchste Konzentration ist gefragt, um das Schiff, zwischen den ganzen Schiffen, Fähren und Ruderbooten wieder in den Hafen zu steuern. Hier heißt es Seekarten lesen und bloß keine der Tonnen übersehen. Schließlich ist uns allen die Hanne lieb und teuer und wir wollen kein Risiko eingehen!
Auch ich merke bald, dass es viel an Bord zu tun gibt. Kaffe kochen - abwaschen - Essen kochen - Essen servieren - abwaschen - Kuchen servieren - abwaschen - das Schiff putzen… ja das Leben als Bootsgehilfe ist schon nicht leicht.
Und neben all den tollen Erfahrungen und Eindrücken, ist die Hanse Sail für alle Bootsleute auch eine anstrengende Sache.
Aber Stress hin oder her… die Tage an Deck bleiben ein unvergessliches Erlebnis. Und der wunderbare Anblick der vielen Schiffe bei Sonnenuntergang auf dem offenen Meer, wird sich noch lange im Gedächtnis halten.
Es ist erstaunlich, wie schnell die Hanne Marie es geschafft hat, aus einer Landratte wie mir in eine echte Segelbegeisterte zu machen.
Und eins weiß ich ganz genau… Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei...
fk
Juli 2010
„Das Leben an Land war große Scheiße!“, hat der ehemalige Hafenkapitän Siggi Rust einst verkündet. Und das als einen göttlichen Ausspruch bezeichnet, mit dem jener beschloss, die Seefahrt zu erfinden.So ganz in seiner Totalität wollen wir uns nicht unbedingt, nicht jeden Tag, also es gibt auch Ausnahmen, allerdings, na jedenfalls, gut dass wir wieder unterwegs sind! Nach der harten Bauphase im nicht enden wollenden Winter geht es endlich wieder um die wichtigen Dinge. Da muss auf etwas unorthodoxe Weise das Abwaschwasser transportiert werden,
knattern die Fahnen im Wind,
erlebt man Sonnenuntergänge,
dass es einem glatt die Schuhe auszieht,
segelt das Mittelalter neben dem schnellsten Segelschiff der Welt (Rekord, 100km/h!),
nähen fleißige Bootsmänninin über Nacht die Segel,
fungieren die Beine als Krängungsmesser und so weiter und so weiter.
Also heisst es jetzt, das Schiff genießen, den Sommer tanken und das Arbeitsbuch nicht vergessen, damit die nächste Reparatursaison noch koordinierter vonstatten geht! rf
Frühling
Die Ostseeklinik
Bald wird die Hanne Marie entlassen.
Nur noch wenige Tage und sie hat wieder Wind in den Segeln.
Nachdem das Eis aufgetaut ist, leider natürlich viel zu spät, konnten die Reparaturarbeiten beginnen.
Nur noch wenige Tage und sie hat wieder Wind in den Segeln.
Nachdem das Eis aufgetaut ist, leider natürlich viel zu spät, konnten die Reparaturarbeiten beginnen.
Hier die "kleine" Liste:
13 Relingstützen neu, Reling neu, Schandeckel neu, 20 m Planken neu, Unterwasserschiff komplett neu, 150 m neu kalfatert und geteert und gefühlt an jeder Schraube mindestens einmal gedreht - In anderthalb Monaten.
Die OP's sind fast vorbei, die alte Tante erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Ja sie ist um einige Jahre jünger geworden, ganz ohne Botox!
Und das ist besonders René, dem leitenden Oberarzt zu verdanken, der unermüdlich die Eingriffe von Sonnenaufgang bis -untergang, meist sogar länger, durchführte. Viele Assistenzärzte und Schwestern halfen der Dame wieder auf die Sprünge, auf das das Anti-Aging länger anhält!
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Januar/Februar 2010
Endlich wieder Winter!Mit Schnee und Minusgraden die kein Ende finden. Messerscharfe Ostwinde und strahlende Sonne. Und was macht die Hanne? Hält Winterschlaf! Mal wieder, aber der Frühling naht. Es wurden schon die ersten Plusgrade gesehen, zwar viel viel weiter südlich, aber das heißt, sie sind nicht erfroren! Also halten wir aus, streichen die Tage im Kalender ab und planen die anstehenden Reparaturarbeiten.
Denn die sind nach unserer letzten Pol-Expedition dringend nötig!
Jahr 2009
November
Die Hanne Marie unterwegs zwischen den Welten.Oktober 2009
FarbenIm Sommer guckt die Tonne einen guten Meter höher aus dem Wasser. Jetzt zeigt sie deutlich; die Zeit ist abgelaufen, die Saison geht zu Ende, es wird Herbst.
Und damit der Abschied auch schön schmerzhaft ausfällt, macht der Oktober das, was er am besten kann. Farben. Dann tauchen die Landschaften auf wie Terra Incognita. Die Fotoapparate klicken, Maulaffen werden feil gehalten und Goethe ist da mit seinem -Verweile doch! du bist so schön!
Aber halt, war das nicht der Teufelspakt? Doch da ist er schon vorbei, der Moment. Die Farben machen der Nacht Platz. Sterne, so weit das Auge reicht, nur unterbrochen vom Leuchtfeuer der Greifswalder Oie, das immer wieder seinen Strahl durch die Finsternis schickt. Stunde um Stunde, Tag um Tag. In den kalten, nassen November, den dunklen Dezember, den eisigen Januar, den stürmischen Februar, matschigen März und verheißungsvollen, betrügerischen April. Und dann werden wir wie neu den Frühling entdecken und die See und den Wind und nichts, nichts wird uns...
Bis zum Oktober, der mit seinen Farben schmerzhaft daran erinnert, das das Stundenglas umgedreht wird und umgedreht wird und umgedreht wird.
September 2009
SegelnDer Zustand des Segelns ist ja dann erreicht, wenn das Schiff nur durch den Wind vorwärts getrieben wird. Allerdings kann der Mensch ja nicht ohne Ziel. Da haben wir dann im September auch mal zwei Tage gebraucht, um aus dem Bodden raus auf die offene See zu kommen. Am ersten Tag sind wir gegen zehn Uhr in Greifswald-Wieck los und hatten 19 Uhr in Thiessow/Rügen fest gemacht. Hoch und runter sind wir den Bodden gekreuzt. Der Wind kam aus Nordost und genau da wollten wir hin.
Wir haben, reine Segelzeit, 6 Stunden gebraucht und fünf Wenden um die 15 Seemeilen gegen den Wind zu gewinnen. Am nächsten Tag ging es fast so weiter, aber dann hat der Wind doch merklich für uns gedreht. Allerdings geht es auch anders. Im T-Shirt in der warmen Spätsommersonne sitzen, alle Lappen setzen, um zum Ziel gehaucht zu werden. Und wenn man dann gefragt wird, ob das jetzt mit dem Wind immer so ist, merkt man, dass man diese Frage gar nicht beantworten kann. Nur mit dieser lapidaren Bemerkung, man weiß es nicht. Mal ist es so und mal so. Und morgen wieder anders. Segeln ist schon ein sehr grober Begriff.
August 2009
Welches Können erwartet das Schiff von seinen Bootsleuten?Sie müssen es verstehen, ein Schiff zu bemasten, Wandtauen und Stagen anzulegen, Blöcke zu stroppen und anzunähen, alle Arten Splissungen, Stiche, Schläge und Knoten zu machen, die Segel anzuschlagen, abzuschlagen, sie zu beschlagen und mit ihrem Tauwerk zu versehen, sie zu geien, zu reefen und auf alle Arten zu regieren und zu handhaben; ferner die Anker aus und ein zu bringen und alles was dazu erfordert wird; zu steuern, zu rojen, zu lothen, die Kanonen aus und ein zu holen; zu stauen und überhaupt jede Arbeit die zur Bemastung, Betakelung und Regierung des Schiffes erfordert wird...(aus: Himmelsbesen über weißen Hunden, Verlag für Verkehrswesen, 1981, S.103.)
Und? Sieht man es ihnen nicht an? Unseren gestählten Bootsleuten! Nichts haut sie um, jederzeit auch zu den ungeliebten Arbeiten bereit, ob Wind ob Sturm, bei Tag und Nacht immer auf dem Posten und dabei bescheiden und nie maulig auch mit den Resten aus der Kombüse zufrieden!
Juli 2009
Auf Spurensuche zum GeburtstagDer Juli stand im Zeichen des Besuchs von Fanö, der Geburtsinsel der „Hanne Marie". Unser Weg führte durch den Nord-Ostseekanal, die Eider entlang, mit Stop in Amrum und Esbjerg. Wir begegneten Ebbe und Flut und Strom rein und raus, erinnerten uns der theoretischen Unterweisungen und waren schwer beeindruckt. Und dann war es soweit, wir betraten den Boden der Insel, auf der die „Hanne" das erste Mal nass wurde! Und schon konnten wir Spuren über Spuren entdecken, die auf Ihre Zeit in dieser Gegend hinwiesen. Es war kaum zu glauben, aber ein fast völlig eingewachsener Einheimischer, der schon über hundert Jahre auf seinem moosbewachsenen Buckel hatte, erinnerte sich noch genau an den Stapellauf der „Hanne Marie". Stattgefunden hat er seiner Meinung nach am 7.Juli 1919!
Selbst woher der Name stammt, war ihm geläufig. Es handelt sich hier nämlich nicht um eine Person, sondern um zwei! Um Hanne und Marie. Allerdings war es wohl so wie in dem berühmten Schlager, ....einer von uns beiden muss jetzt gehen... Zum Schluss stand der Seeman Livingston dann allein da und verewigte beide Frauen in seinem Schiff. Von der Hanne haben wir auch noch Spuren entdecken können. Bei unseren Nachfragen nach Marie stiessen wir allerdings auf eine Mauer aus Schweigen. Ein wenig ratlos machte uns das schon, hatten wir den Einheimischen in seinem Kauderwelsch tatsächlich richtig verstanden? In diesem Moment entdeckten wir im Fenster des Heimatmuseum ein Modell der „Hanne Marie".
Wie sich diese Geschichten auch immer zugetragen haben mögen, das hier war der Beweis ihrer Herkunft! Jubelnd zogen wir zum Strand, kaum konnten wir unser Glück fassen, das ausgerechnet an diesem Sonntag, an dem wir nach langer Reise auf Fanö gelandet sind, der Geburtstag der „Hanne Marie" war.
Fest steht, hier wurde sie geboren und zwar am 7. Juli 1919 auf der Skibsvaerft v/J. Christofferson in Nordby auf Fanö!
Juni 2009
Ocean-JumpSo kalt fing er an, der Juni. Und konnte sich den ganzen Monat nicht so richtig entscheiden. Die Junizwillinge sind ziemlich oft den April-Widder geritten. Eine ihrer Reitpausen haben wir genutzt, um uns nach Kiel durchzuschlagen. Dort war es voll wie immer, aber gesegelt sind wir trotzdem. Tja und dann entdeckten wir einen Riss im Segel. Überlegt und hin und her und selber nähen aber wann und wie das wieder aussieht. Da erschien uns der Slava! Ein Exilrusse, den es nach Schweden verschlagen hat und der jetzt ein paar Tage mitsegelte. Den haben wir als unsere Abordnung in Gedenken an die alten Zeiten, in denen ja nicht alles schlecht war, wir hatten zum Beispiel eine Deutsch-Sowjetische Freundschaft, zur „MIR" entsandt. Dort wurde mit dem Segelmacher verhandelt und hast du nicht gesehen, war der Riss genäht! Und zwar von jetzt auf gleich. Wir hatten das Segel kaum abgebaut, da war es schon wieder zurück. Das hatte allerdings wenig mit den alten Zeiten zu tun, sondern mehr mit netten Menschen, die sich auch über das Gewimmel und die Schiffe gefreut haben und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit halfen, kleine Probleme zu lösen.
Danke!
Das mit dem Ocean-Jump passt nicht mehr. Macht aber nix, war gar nicht so doll. Ein Typ ist auf einem Surfbrett eine Rampe runter gefahren, hat sich zwei oder dreimal gedreht, um dann, natürlich mit Surfbrett, ins Wasser zu fallen. Das Wasser war wohl der Ozean und der war in diesem Fall ein winziger Querkanal in der Kieler Förde. Darum gab es viel Tam-Tam.
Mai 2009
Nach dem Winterschlaf......waren wir so beschäftigt, dass selbst das Logbuch etwas kurz kam. Aber jetzt hat der Wind den Staub weggepustet und nach den jährlichen Wartungsarbeiten wird wieder gesegelt! Wie man sieht, freute sich auch das Meer über unsere Rückkehr und klatschte so lange, bis es weiß schäumte. Den gefiederten Gast haben wir mal eben mit über den Bodden genommen und die Ausbildung der neuen Leichtmatrosen hat auch begonnen.
Jetzt stehen noch einige Verschönerungsarbeiten auf dem Zettel. Immerhin steht ja der 90.Geburtstag der „Hanne Marie" dieses Jahr an. Das genaue Datum konnte noch nicht ermittelt werden, aber es verdichtet sich. Es scheint doch im Juli 1919 gewesen zu sein, als die „Hanne Marie" unter dem Namen „Livingston" das erste Mal das Salz der Meere kostete. Das passt uns sehr gut, denn ausgerechnet im Juli werden wir uns hoffentlich ziemlich genau in der Gegend aufhalten, wo sie damals gewässert wurde. Mehr hierzu unter Mitsegeln 2009-Geburtstagstour.


















